Der CASUS-Wissenschaftler Alexander Zhuk hat den erstmals verliehenen G. A. Gamow-Preis der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine erhalten. Das Präsidium der Akademie stiftete diese Auszeichnung im Jahr 2021, um herausragende Leistungen auf dem Gebiet der fundamentalen Wechselwirkungen, der Astrophysik und der Kosmologie zu würdigen. Der Preis ist nach Georgij Antonowitsch Gamow benannt, einem der herausragenden Physiker des 20. Jahrhunderts. Der Preis wird alle vier Jahre verliehen.

Alexander Zhuk zählt zu den drei angesehenen Wissenschaftlern, die den Gamow-Preis 2022 erhalten. Waleri Zhdanow (Nationale Taras-Schewtschenko-Universität, Kiew), Juri Schtanow (Bogoljubow-Institut für Theoretische Physik der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Kiew) und Zhuk werden für die Entwicklung von feldtheoretischen Modellen astrophysikalischer und kosmologischer Systeme ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung fand am 14. Juni 2022 auf der Generalversammlung der Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kiew statt, die trotz des Krieges als Präsenzveranstaltung abgehalten wurde. Wie viele andere nahm auch Zhuk per Videokonferenz teil.

Nach der Flucht vor dem Krieg in seinem Heimatland folgte der ukrainische Wissenschaftler im Mai einem (immer noch bestehenden) Aufruf, sich dem CASUS anzuschließen. Professor Zhuk ist aktuell als CASUS-Gastprofessor (CASUS visiting faculty) tätig. Dieses spezielle Förderprogramm wurde am CASUS etabliert, um renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei ihrer Arbeit am CASUS zu unterstützen. Die Finanzierung ist bei diesem Programm für bis zu einem Jahr gesichert.

Alexander Zhuk ist Spezialist für theoretische Physik, Kosmologie und Hochenergiephysik. Er absolvierte das Moskauer Physikalische Institut für Ingenieurwissenschaften, promovierte am Physikalischen Institut P. N. Lebedew (Moskau) und verteidigte seine Habilitation am N. N. Bogoljubow-Institut für Theoretische Physik (Kiew, Ukraine). Er war Gastprofessor an der Universität Cambridge (wo er ein Jahr lang unter der Leitung von Professor Stephen Hawking arbeitete), der Princeton University, der Columbia University und an Universitäten in Berlin, Köln, Istanbul, München, Madrid, Lissabon, Covilha und anderen Städten. Er war Senior Associate am ICTP in Triest (12 Jahre) und Gastwissenschaftler am CERN (die vergangenen 12 Jahre).

Preis nach weltberühmtem Wissenschaftler benannt

Der in Odessa geborene Georgij Gamow gilt als einer der herausragenden Physiker des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bahnbrechenden, weltweit anerkannten Arbeiten gehört insbesondere seine Theorie des Alphazerfalls als grundlegende quantenmechanische Erklärung eines zentralen radioaktiven Prozesses. Zu den weiteren wichtigen Errungenschaften von Gamow gehören die Theorie des „heißen Urknalls“, die besagt, dass das frühe Universum von Strahlung dominiert wurde. Sie erklärt die anfängliche Bildung der chemischen Elemente in unserem Kosmos. Außerdem trug Gamow zu den Grundlagen der Entschlüsselung des genetischen Codes bei.

Gamow wurde 1904 geboren. Er begann seine Hochschulausbildung an der Universität Noworossijsk (heute Nationaluniversität I.I. Mechnikow in Odessa) im Jahr 1921 in der mathematischen Abteilung der Fakultät für Physik und Mathematik. Im Jahr 1922 wechselte er an die Universität Leningrad. 1933 verließ Gamow die Sowjetunion und zog in die Vereinigten Staaten, wo er seine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere fortsetzte. Er starb 1968 in Boulder, USA.