Treffen bringt Interessensgruppen aus Sachsen, Polen und Tschechien zusammen

Sie ist gekommen, um zu bleiben: Künstliche Intelligenz (KI) wird als Schlüsseltechnologie viele Bereiche der Gesellschaft immer stärker beeinflussen. Mit seiner KI-Strategie will der Freistaat die Rahmenbedingungen für ihren Einsatz in Sachsen verbessern. Eine wichtige Rolle spielen dabei regelmäßige Vernetzungstreffen der zentralen Akteure. Nach dem ersten Erfahrungsaustausch am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) Ende November 2022 trafen sich am 28. April 2023 nun rund 80 Expertinnen und Experten im Kulturforum Görlitzer Synagoge. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die das KI-Institut des HZDR – das Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) – organisiert hat, stand die Kooperation im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien.

Aufbauend auf den Ergebnissen des vorangegangenen Treffens, das sich speziell mit dem Thema Wissens- und Technologietransfer beschäftigt hat, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konkrete Handlungsempfehlungen für die Felder „Förderung der Spitzenforschung“ „Optimale Datensammlung und -nutzung“, „Gewinnung von Spitzenpersonal und Förderung lokaler Talente“ sowie „Stärkung des Wissenstransfers“ entwickelt. Die Erkenntnisse der vier Arbeitsgruppen werden in den kommenden Wochen zusammengefasst und der Sächsischen Staatskanzlei gesammelt übergeben.

Die Landesregierung sieht in der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche ein enormes Potenzial für den Freistaat, wie der Sächsische Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, Oliver Schenk, bei einer Podiumsdiskussion mit dem Wissenschaftlichen Direktor des HZDR, Prof. Sebastian M. Schmidt, während des Treffens betonte: „Die Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren die zentrale Rolle als Wirtschafts- und Innovationstreiber einnehmen. Sie wird soziale, ökonomische und ökologische Prozesse grundlegend verändern. Mit unserer KI-Strategie stellen wir die Weichen, um Sachsen zu einem führenden deutschen Forschungs- und Innovationsstandort für KI auszubauen.“

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Vernetzung zu den Nachbarländern, schätzt Sebastian M. Schmidt ein: „Mit unserem deutsch-polnischen Institut CASUS, das die KI-Expertise des HZDR, der TU Dresden, der Universität Wrocław, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik bündelt, haben wir länderübergreifend für die Digitalisierung der Wissenschaft einen starken Partner etabliert. Gemeinsam bietet sich uns nun die Chance, die Region in den zentralen europäischen Akteur bei der Künstlichen Intelligenz zu verwandeln.“

Eine Einschätzung, die Expertinnen und Experten aus Polen und Tschechien teilen. So nahmen erstmals auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Nachbarländern an dem KI-Vernetzungstreffen, das entsprechend unter dem Motto „Building Bridges, Breaking Borders“ stand, teil und stellten dort ihre Ansätze der KI-Forschung und -Anwendung vor.


Über das Center for Advanced Systems Understanding

Das CASUS wurde 2019 in Görlitz gegründet und betreibt digitale interdisziplinäre Systemforschung in unterschiedlichen Bereichen wie Erdsystemforschung, Systembiologie und Materialforschung. Innovative Forschungsmethoden aus Mathematik, theoretischer Systemforschung, Simulation, Daten- und Computerwissenschaft werden mit dem Ziel eingesetzt, komplexe Systeme von bisher nie dagewesener Realitätstreue abzubilden und so zur Lösung drängender gesellschaftlicher Fragen beizutragen. Gründungspartner sind das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ), das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden (MPI-CBG), die Technische Universität Dresden (TUD) und die Universität Wrocław (UWr). Das Zentrum wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) gefördert und wird als ein Institut des HZDR geführt.