CASUS Founding Manager Mitorganisator des AI-Seminars

Die Zukunft der KI in Großforschungseinrichtungen gestalten

Große Forschungseinrichtungen produzieren unglaubliche Mengen an Daten. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Computerwissenschaften nachhaltige Lösungen bieten können, um Informationen und Wissen aus Big Data zu extrahieren. Ende März 2023 trafen sich mehr als 20 Wissenschaftler aus Europa und den USA auf Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik in Wadern, Deutschland, zu einem ausführlichen Seminar über dieses Thema. Ziel war es, eine strategische Vision zu entwickeln, wie man gemeinsam zu Einrichtungen gelangen kann, die nützliche, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Lösungen einsetzen. Die einwöchige Veranstaltung wurde von Peer-Timo Bremer, Brian Spears (beide Lawrence Livermore Laboratory, Livermore, USA), Michael Bussmann (CASUS am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Görlitz, Deutschland) und Tom Gibbs (NVIDIA Corp., Santa Clara, USA) organisiert.

“Große experimentelle und rechnergestützte Einrichtungen könnten von einem stärker automatisierten und integrierten Ansatz stark profitieren”, sagt Dr. Michael Bussmann, Gründungsdirektor von CASUS. Der Experte für Physik mit hoher Energiedichte hat u.a. an der European X-Ray Free-Electron Laser Facility (European XFEL) bei Hamburg gearbeitet. “Meine verschiedenen Erfahrungen an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen haben mich davon überzeugt, dass innovative Methoden aus der Mathematik, der Systemtheorie, der Daten- und Informatik benötigt werden, um die datenintensive Forschung voranzutreiben. Letztendlich führte dies zur Gründung des Center for Advanced Systems Understanding, in dem wir solche innovativen Methoden entwickeln”, fügt Bussmann hinzu.

Zusätzliche Informationen:

Dr. Michael Bussmann

Stellvertretender Direktor

Pressekontakt:

Dr. Martin Laqua

Referent Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) am HZDR

Gruppenfoto der Seminarteilnehmer

KI ist zwar nur eines von vielen Werkzeugen, die bei CASUS zum Einsatz kommen, doch beim Seminar auf Schloss Dagstuhl stand sie im Mittelpunkt. Unter dem Titel “AI-Augmented Facilities: Brückenschlag zwischen Experiment und Simulation mit maschinellem Lernen (ML)” brachte das Seminar experimentelle und rechnende Wissenschaftler, Experten für Edge- und HPC-Computing sowie Forscher für maschinelles Lernen zusammen. Die Erfahrungen der Teilnehmer stammten aus einer Vielzahl von Anwendungsbereichen, von der Physik über die Biowissenschaften bis hin zur Fertigung. Aber sie alle hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen: die Integration von prädiktiven Berechnungen und Simulationen auf der einen Seite und Experimenten von Weltrang auf der anderen Seite mit Hilfe von KI. “Eine gemeinsame Sprache oder zumindest ein koordinierter Prozess könnte den Austausch von Erkenntnissen von einer Seite zur anderen beschleunigen. Letztendlich werden beide Seiten – Simulationen und Experimente – stark von dieser Integration profitieren”, sagt Bussmann.

Im Laufe der Woche entwarfen die Teilnehmer ein Perspektivpapier, das sie noch in diesem Jahr in einer von Experten begutachteten Zeitschrift veröffentlichen wollen. Neben Bussmann war auch der designierte Direktor von CASUS, Prof. Thomas D. Kühne, unter den Seminarteilnehmern. “Ich habe die sehr produktive Atmosphäre der Veranstaltung genossen. Dieses Thema wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen und sicherlich weiterhin auf der Forschungsagenda von CASUS stehen”, meint Kühne.

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Über das Center for Advanced Systems Understanding

CASUS wurde 2019 in Görlitz gegründet und betreibt datenintensive interdisziplinäre Systemwissenschaften in so unterschiedlichen Disziplinen wie der Erdsystemforschung, der Systembiologie oder der Materialforschung. Ziel von CASUS ist es, mit innovativen Methoden aus Mathematik, theoretischer Systemwissenschaften, Simulationen sowie Daten- und Informatik digitale Abbilder komplexer Systeme von beispielloser Realitätstreue zu erstellen, um Antworten auf drängende gesellschaftliche Fragen zu geben. Die Gründungspartner von CASUS sind das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ), das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden (MPI-CBG), die Technische Universität Dresden (TUD) und die Universität Breslau (UWr). CASUS, als Institut des HZDR geführt, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) gefördert.

Zusätzliche Informationen:

Prof. Thomas D. Kühne

Director
Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) at HZDR

Pressekontakt:

Dr. Martin Laqua

Referent Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) am HZDR